Genau so beispiellos wie die Schöninger Grabung selbst ist der Zeitraum, über den Forscher hier regelmäßig zu Gast sind. Der wissenschaftliche Grabungsleiter Dr. Jordi Serangeli weiß: „Normalerweise forscht man ein bis zwei Jahre an einzelnen Fundstellen. Schöningen ist durch die Erhaltungsbedingungen und die Fülle an Funden so reich, dass viele Wissenschaftler schon seit vielen Jahren regelmäßig vor Ort arbeiten.“ So beispielsweise der Archäozoologe Prof Thijs van Kolfschoten von der Universität Leiden in Holland. Seit 22 Jahren zieht es ihn mit einem Team seiner Studenten in die Stadt der Speere, um auch die kleinsten Überreste der Tiere zu finden, die im Altpaläolithikum hier lebten. „Die Schöninger Grabung ist für uns ein Labor unter freiem Himmel“, so van Kolfschoten. „Es gibt keine vergleichbare Fundstelle, die über einen so langen Zeitraum diese Quantität und Qualität an Funden bietet.“ Paradebeispiel ist der Desman, das heutige Maskottchen des paläon, das nirgends sonst durch derart viele und gut erhaltene Knochenartefakte nachweisbar ist.

In diesem Sommer untersucht das Kolfschoten-Team unter anderem jene Sedimente, die vom Fundplatz der Säbelzahnkatze abgetragen wurden. Der neue Sensationsfund hatte im Frühjahr dieses Jahres weltweit für Aufsehen gesorgt. Dem Grabungsteam um Dr. Jordi Serangeli war es gelungen, mehrere Zähne und Knochen des gefährlichsten Raubtieres der Steinzeit zu finden. Prof. Thijs van Kolfschoten war maßgeblich an der Analyse der Artefakte beteiligt.

Im Rahmen der paläon-Vortragsreihe, die gemeinsam vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, Förderverein Schöninger Speere und paläon veranstaltet wird, berichtet der Niederländer am kommenden Dienstag von seiner spannenden Arbeit. Titel seines Vortrages ist „Die paläolithische Fauna von Schöningen“.

24.06.2014 – 18:00 Uhr

Kosten 5,00 Euro.